Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring in NRW (KFAM NRW)

 

Ausgangslage:

Anfang 2013 hat der Landtag das Klimaschutzgesetz NRW beschlossen. Damit wurden zum ersten Mal in Deutschland sowohl Minderungsziele für Treibhausgasemissionen als auch die Begrenzung der negativen Auswirkungen des Klimawandels durch Anpassungsmaßnahmen gesetzlich festgelegt.

Den Weg zur Erreichung der Klimaschutzziele zeigt der Klimaschutzplan NRW, der am 17. Dezember 2015 vom Landtag beschlossen wurde. Der Klimaschutzplan NRW enthält Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, die jeweils übergeordneten Strategien und Handlungsfeldern zugeordnet sind.

 

Projektziel:

Im Klimaschutzgesetz NRW ist ein wissenschaftliches Monitoring der Klimaschutzplanziele und -maßnahmen vorgeschrieben. Die Ergebnisse des Monitorings sollen veröffentlicht werden und die Grundlage für die Fortschreibung des Klimaschutzplans darstellen und dienen der Landesregierung als Management-Instrument zur weiteren Steuerung und Planung möglicher Maßnahmen. Ziel ist es, durch das Monitoring die Erreichung der Klimaschutzziele beurteilen zu können. Außerdem soll untersucht werden, welche Maßnahmen besonders zur Erreichung der vorgenommenen Ziele beitragen, um diese in einem zweiten Schritt ggf. anpassen zu können.

 

Projektinhalt und -aufbau:

Entsprechend der Vorgaben des Klimaschutzgesetztes hat das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) ein Monitoringkonzept für die Bereiche Klimaschutz und Klimaanpassung entwickelt.

Das Monitoring beinhaltet fünf übergeordnete Bereiche:

  1. Erhebung der Treibhausgasemissionen in NRW
  2. Klimafolgenmonitoring
  3. Umsetzungsmonitoring der Maßnahmen des Klimaschutzplans NRW
  4. Wirkungsmonitoring der Maßnahmen (u. a. des Klimaschutzplans NRW) für die Bereiche Klimaschutz und Klimaanpassung
  5. Fortschreibung der Klimaschutzszenarien

Darauf basierend wurde das Monitoringkonzept im Bereich Klimaanpassung spezifiziert und die Bausteine des Klimaschutzplan-Monitorings diesem zugeordnet. Dabei umfasst das Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring NRW (KFAM NRW) vier Säulen, die die Bausteine des Klimaschutzplanmonitorings teilweise nochmal aufschlüsseln:

  • Säule 1: Klimaentwicklung: Aufzeigen der zurückliegenden Klimaentwicklung
  • Säule 2: Klimafolgenmonitoring: Klimafolgen und Vulnerabilitäten (Baustein 2)
  • Säule 3: Umsetzungsmonitoring: Umsetzungsstand der Klimaanpassungsmaßnahmen (des Klimaschutzplans NRW) (Baustein 3) sowie
  • Säule 4: Anpassungsmonitoring: Aufzeigen der Entwicklung der Resilienz auch mit Blick auf die Wirkung der Klimaanpassungsmaßnahmen des aktuellen und der zukünftigen Klimaschutzpläne sowie darüber hinausgehender Anpassungsmaßnahmen (Baustein 4)

Zudem sollen in einer Impact-Analyse weitere Aspekte, wie die Erfassung und Bewertung der Wirkung der Klimaanpassungsmaßnahmen auf Natur, Umwelt, Kosten, Nutzen, Innovationsaspekte und gesamtwirtschaftlicher Wechselwirkungen sowie sozialer und beschäftigungspolitischer Auswirkungen bewertet werden.

Somit ergeben sich für das Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring NRW (KFAM NRW) insbesondere noch drei im Rahmen dieses Projekts zu bearbeitende Elemente:

  • Klimafolgenmonitoring: Monitoring der Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch, Natur und Umwelt in Nordrhein-Westfalen.
  • Anpassungsmonitoring: Monitoring der Resilienz auch mit Blick auf die Auswirkungen der durchgeführten Anpassungsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen.
  • Impact-Analyse: Erfassung der sozialen und beschäftigungspolitische Auswirkungen des Klimawandels und der Maßnahmen des Klimaschutzplans, weiterer Folgewirkungen von Maßnahmen (wie gesamtwirtschaftliche Wechselwirkungen) sowie Wirkungsbeiträge und Wechselwirkungen mit anderen Maßnahmen und Handlungsebenen (z. B. Bund, EU).

Die Entwicklung des Klimafolgen- und Anpassungsmonitoring NRW erfolgt im Sinne eines in sich schlüssigen Klimaschutzplan-Monitorings in logischem Zusammenhang zum Bereich Klimaschutz. Daher erfolgt zu den Indikatoren-Konzepten und Impact-Analysen im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung ein Austausch.

 

Auftraggeber:

Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW

 

Auftragnehmer und Projektpartner:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes NRW

 

Laufzeit:

01.06.2017 - 31.12.2020

 

Projektleitung am ISB:

Dr.-Ing. Andreas Witte (witte@isb.rwth-aachen.de)

 

​Projektbearbeiter am ISB:

Simon Hein (hein@isb.rwth-aachen.de)

Alice Neht (neht@isb.rwth-aachen.de)

Kathrin Prenger-Berninghoff (prenger-berninghoff@isb.rwth-aachen.de)