Future Mobility

 

Der voranschreitende Prozess der Urbanisierung geht mit einem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen in Städten einher, das eine beachtliche Zunahme an Klima- und Gesundheitsbelastungen durch Feinstaub zur Folge hat. Daher bedarf es innovativer Mobilitätskonzepte wie Elektromobilität, „Park and Ride“ oder Mitfahrgelegenheiten, die sich zugleich an den Bedürfnissen der urbanen Bewohner orientieren. Denn Projekte wie Stuttgart 21 zeigen mit Nachdruck, dass eine vornehmlich technikzentrierte Planung solcher infrastrukturellen Mobilitätskonzepte ohne eine konsequente Berücksichtigung von Bedarfen und ohne eine sensible Informations- und Kommunikationsstrategie mit Bürgern und Anwohnern nicht umsetzbar ist.

Das interdisziplinäre Projekt Future Mobility (FuMob) befasst sich daher mit Fragen nach den Bedarfen, Potenzialen und Grenzen öffentlicher Kommunikation und Information bei der strukturellen Planung und Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte. Ziel des Projektes ist die Entwicklung neuartiger Zugänge für die Planung und Realisierung von Infrastrukturentscheidungen, die Stakeholder (Bürger, Entscheider, Experten, etc.) systematisch und nachhaltig in den Planungsprozess einbeziehen.

  Future Mobility Grafik Urheberrecht: ISB  

Hierzu werden zum einen aus der Perspektive der Stadtbauplanung und aus Sicht der Informations- und Kommunikationstechnik zukünftige urbane Mobilitätsbedarfe und -formen analysiert sowie nachhaltige Mobilitätsketten und Infrastrukturszenarien entwickelt, die mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnologien intermodale Lösungsansätze für Mobilitätsprobleme zukünftiger Städte bieten.

Zum anderen gilt es, die individuellen Mobilitätsanforderungen von Stadtbewohnern unter besonderer Berücksichtigung genderspezifischer Mobilitätsbedarfe über die Lebensspanne zu identifizieren und die Wahrnehmung von Prozessen der Meinungs- und Entscheidungsbildung zu Infrastrukturprojekten aus Sicht der Bevölkerung zu untersuchen.

Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive wird schließlich mithilfe computergestützter Auswertungsmethoden eine Diskurs- und Argumentationsanalyse zur Wahrnehmung und Bewertung von Infrastrukturbauprojekten vorgenommen. Dabei werden relevante Medien (digitale und Massenmedien) als Ort der Information und politischen Meinungsbildung, Zeitpunkte und Inhalte für Informations- und Kommunikationskonzepte identifiziert.

Future Mobility ist eines von drei Projekten im Programm Urban Future Outline unter dem Dach des Projekthauses HumTec. Es ist das Ziel des HumTec-Projekthauses, interdisziplinäre Spitzenforschung zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Ingenieur- und Naturwissenschaften zu fördern. HumTec ist Teil des Zukunftskonzeptes der RWTH Aachen, das durch die Exzellenzinitiative der Bundesrepublik Deutschland und der Länder gefördert wird.

Projektsprecher:
Prof. Dr. Eva-Maria Jakobs - Professur für Textlinguistik und Technikkommunikation
Prof. Dr. Dirk Vallée - Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr


Projektpartner:
Lehrstuhl für Informationssysteme und Datenbanken

Gender and Diversity in den Ingenieurwissenschaften
Germanistische Sprachwissenschaft
Human-Computer Interaction Center - Lehrstuhl für Communication Science

Bearbeiter am ISB:
Reyhaneh Farrokhikhiavi M.A.
Carina Böhnen, M. Sc.