NAIXTransit

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Szenarien zu Netzkonfiguration und Organisation eines automatisierten ÖPNV am Beispiel Aachen - Studie

 

Ausgangslage

Automatisierung und Vernetzung lassen für die nächsten Jahrzehnte deutliche Veränderungen des Angebots des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erwarten. Die aktuelle Forschung auf diesem Feld beschränkt sich jedoch weitestgehend auf fahrzeugbezogene Technologie- und Akzeptanzforschung, während ÖV-spezifische Komponenten bisher kaum oder gar nicht berücksichtigt wurden. Im Zuge von Nachhaltigkeitszielsetzungen sowie der Gewährleistung einer vernünftigen Grundversorgung stellt sich aber die Frage, inwieweit der ÖPNV durch diese neuen Technologien optimiert werden kann und wie sich Betriebsformen ändern werden.

 

Projektziel

Im Projekt NAIXTransit wird am Beispiel von Aachen ganzheitlich untersucht, wie sich eine zunehmende Automatisierung und Vernetzung auf Netzkonfigurationen und Betriebsformen des ÖPNV auswirken. Vielversprechende Pfade dieser Entwicklung sollen identifiziert und aus ihnen Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Letztere sollen unter anderem Aussagen zu Netzstrukturen, Taktfrequenzen, Kosten, Tarifgestaltung und Fahrzeuggrößen tätigen, wobei neben den herkömmlichen Formen des ÖPNV auch betrachtet werden soll, inwiefern autonome Kleinbusse, so genannte Roboshuttles, eine sinnvolle Ergänzung zu den heutigen Fahrzeuggrößen darstellen und welche Auswirkungen diese auf das Gesamtnetz haben.

Um Praxisnähe sicherzustellen und da im ÖPNV eine Vielzahl von Akteuren relevant sind, werden Stakeholder des ÖPNV in Aachen im Zuge von Expertenworkshops eingebunden.

 

Projektinhalt und -aufbau

Das Projekt gliedert sich in drei Arbeitspakete:

  Aufbau des strukturierten Stakeholder-Dialogs Urheberrecht: © ISB, 2021

AP1: Szenarienentwicklung

Im ersten Arbeitspaket werden mehrere beschriebene und quantitativ spezifizierte Szenarien mit einem ÖPNV-Netz entwickelt, bei dem der klassische liniengebundene ÖPNV durch autonome Shuttles ergänzt wird. In einem mehrstufigen Stakeholder-Dialog werden die dafür notwendigen maßgeblichen Einflussfaktoren mittels Impact-Uncertainty-Analyse identifiziert und verschiedene Projektionen dieser Faktoren anschließend zu Szenarien gebündelt. In der Abbildung ist der Aufbau des strukturierten Stakeholder-Dialogs dargestellt.

 

AP2: Modellierung

Für die im ersten Arbeitspaket entwickelten Szenarien werden im zweiten Arbeitspaket verkehrliche und betriebliche Kenngrößen ermittelt. Dafür wird das am ISB vorhandene agentenbasierte Verkehrsmodell Aachens angepasst und die ermittelten Szenarien implementiert. Die daraus entstehenden Ergebniskenngrößen werden anschaulich aufbereitet.

AP3: Evaluation & Ableitung von Schlussfolgerungen

Im dritten Arbeitspaket werden verallgemeinerbare inhaltliche Schlussfolgerungen aufgestellt, indem die Umweltwirkungen der Szenarien abgeschätzt werden und die Szenarien im Dialog mit den Stakeholdern bewertet werden. Aus diesen Schlussfolgerungen werden anschließend Handlungsempfehlungen im Hinblick auf Prozesse der Angebotskonzeptionierung und Erkenntnisse für die weitere Forschung und Entwicklung abgeleitet.

 

Studienpartner im Rahmen des Stakeholderdialoges

  • Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG (ASEAG)
  • Aachener Verkehrsverbund (AVV)
  • IVU Traffic Technologies AG
  • StädteRegion Aachen
  • Stadt Aachen
  • e.Mobility.Hub GmbH
  • Ford Motor Company
 

Laufzeit

10.2020 - 10.2021

 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Conny Louen
Carina Boehnen M.Sc. RWTH
Pradeep Burla M. Sc.
Niklas Höing M. Sc.

 

Fördergeber

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Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BmVI)