Zukunftsmodell Hybrides Arbeiten - eine interdisziplinäre partizipative Bewertungs- und Handlungssystematik für Beschäftigte, Unternehmen und Politik

 

Ausgangslage

Gegenwärtig verstärkt sich der Trend zu flexibleren Arbeitsortmodellen. Diskussionen zu Vor- und Nachteilen mobiler Arbeitsmodelle rücken durch die Corona-Pandemie in den Vordergrund des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurses. Die aktuelle Erfahrung wirft mehr denn je die Frage auf, inwieweit hybrides Arbeiten im Sinne des Wohlergehens von Beschäftigten, Unternehmen und Gesellschaft gefördert werden sollte.

 

Projektziel

In dem Projektvorhaben HybridWORK wird eine partizipative Bewertungs- und Handlungssystematik für die Entscheidungsfindung unter Beteiligung von Beschäftigten und Unternehmen im Kontext hyb-rider Arbeitsformen und -orte entwickelt. Die Systematik soll zu einer ganzheitlicheren Bewertung technologischer und sozialer Innovationen im Kontext hybrider Arbeit unter Berücksichtigung von Unsicherheiten und Rebound-Effekten in einzelnen oder mehreren (kombinierten) Ursache-Wirkungs-Beziehungen mittels partizipativer Prozesse führen. Ferner sollen durch das Instrumentarium wichtige Potentiale und Barrieren hybrider Arbeitsformen erarbeitet und diese Ergebnisse für politische Entscheidungsprozesse zur Verfügung gestellt werden.

Bei Erfolg beinhaltet das Projekt die Chance, die entwickelte Bewertungsmethode auf ein Transfermodell für die Herangehensweise auf ähnlich komplexe und sowohl gesellschaftlich als auch politisch relevante Problemstellungen übertragen zu können.

 

Vorgehen

In insgesamt sechs Arbeitspaketen wird eine inter- und transdisziplinäre Bewertung hybriden Arbei-tens aus Sicht von Soziologie, Raum- und Verkehrsplanung, Geographie der Gesundheit, Arbeitsme-dizin und Ökonomie erarbeitet. Das ISB wird im Rahmen des Projektes die verkehrlichen und raumplanerischen Auswirkungen hybrider Arbeitsformen erforschen und analysieren.

Die Grundlage des Untersuchungsansatzes bilden mit der Methode der Szenariotechnik entwickelte Szenarien für hybrides Arbeiten. Hierauf aufbauend wird mittels Literaturrecherchen, Primärdatenerhebungen und Primär- sowie Sekundärdatenanalysen neue Erkenntnisse zu den Zusammenhängen zwischen Arbeitsort einerseits und den Aspekten Raumplanung und Verkehr, Gesundheitsgeographie, Arbeitsmedizin und Arbeitsmarktökonomie andererseits gewonnen, die in Teilmodelle einfließen.

Bei der Primärdatenerhebung werden sowohl Experteninterviews, als auch Umfragen verwendet, um sowohl qualitative, als auch quantitative Aspekte erfassen zu können. In der Modellbildung werden zur Zielerreichung ökonomische Modelle der optimalen Entscheidungsfindung eingesetzt; Modelle, die explizit Unsicherheiten adressieren können. Die Ergebnisse der Teildisziplinen werden schließlich wieder mit Praxispartnern zu einer partizipativen Bewertungs- und Handlungssystematik zusammengeführt. Die Lösungen werden schließlich mithilfe von Bürgerdialogen und Zukunftswerkstätten bewertet und Zukunftspotentiale und Barrieren abgeleitet.

  Arbeitspakete und ihre Verbindungen © ISB Abbildung 1: Arbeitspakete und ihre Verbindungen
 
 

 

 

 

Konsortium

Lehr- und Forschungsgebiet Empirische Wirtschaftsforschung 
Lehrstuhl für Technik- und Organisationssoziologie 
Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin 
Lehr- und Forschungsgebiet Healthy Living Spaces

Darüber hinaus unterstützen verschiedene Experten im Rahmen von Interviews oder Zukunftsworkshops das Projekt.

 

Auftraggeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

 

Laufzeit

07.2022 - 06.2024

 

Ansprechpartner

Carina Böhnen, M.Sc.